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Projekt - PAMIR SON

PAMIR SON – Bilanz eines erfolgreichen Integrationsprojektes - Mehr als 300 Migranten in Arbeit und Ausbildung vermittelt

„Das PAMIR-Netzwerk vermittelte in erster Linie in Vollzeitbeschftigung und in Ausbildung, gelegentlich auch in Teilzeitjobs“, berichtet Projektleiter Christian Wichert von der projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH. Etwa 20 Betriebe, zum Teil gefhrt von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund, haben zwischen Mitte 2005 und Ende 2007 mit Hilfe von PAMIR erstmals Ausbildungspltze besetzt. PAMIR wurde im Rahmen der Europischen Gemeinschaftsinitiative EQUAL gefrdert, die zum Jahresende 2007 ausgelaufen ist. „Die Frderung durch die GI EQUAL und das Bundesministerium fr Arbeit und Soziales hat dazu gefhrt, dass zuallererst Personen mit Einwanderungshintergrund gefrdert wurden, die im Bezug von Arbeitslosengeld II standen“, so Wichert. Bei vergleichbaren Kosten lag die Integrationsquote des PAMIR-Ansatzes um den Faktor 3 ber der Quote bisheriger Standardmanahmen.

„Wir haben schon in der Vergangenheit kleinere arbeitsmarktpolitische Projekte gemeinsam mit der projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH erfolgreich umgesetzt. Deshalb waren wir sofort bereit, bei der Entwicklung und Umsetzung von PAMIR mitzumachen“, begrndet Ahmet Yilmaz, Vorstand im Bund Trkisch-Europischer Unternehmer (BTEU) e.V., das Engagement seines Verbandes u. a. bei der Akquisition betrieblicher Ausbildungspltze oder im Zuge von Einzelberatungen zu betriebswirtschaftlichen Fragen. „Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberverband Region Braunschweig e.V., z.B. wenn es darum ging, Unternehmerinnen und Unternehmer fr die Folgen des demographischen Wandels zu sensibilisieren, oder mit den Kammern, insbesondere der IHK Braunschweig, bei der Anerkennung der Betriebssttten unserer Mitglieder als Ausbildungssttten, hat insgesamt zu einer besseren Integration der so genannten Migrantenkonomie in die der regionalen Wirtschaft gefhrt“, berichtet der Braunschweiger Unternehmer und Vorstand der Trkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer. „Gemeinsam mit dem BTEU haben wir das Unternehmen aufgesucht und berzeugungsarbeit geleistet, dass Ausbildung eine lohnende Sache ist“, nimmt Alan Brodkorb von Ausbildungswerkstatt (ABW) Braunschweig e.V. den Faden auf.

Durch gezielte organisatorische und inhaltliche Dienst- und Qualifizierungsleistungen, etwa bei der Erwirkung der Anerkennung der Betriebs- als Ausbildungssttte durch die Kammern, hilf die ABW den werdenden Ausbildungsbetrieben ihr Ausbildungsvorhaben umzusetzen. Die ABW ist berechtigt, in mehr als zwei Dutzend Berufsbildern auszubilden.  „Um an den Kompetenzen der Jugendlichen ansetzen zu knnen, mussten wir manchmal eine Schuldner- oder eine Suchtberatung vorschalten“, sagt Brodkorb. Drei der elf Verbundauszubildenden haben ihre Ausbildung vorzeitig erfolgreich abgeschlossen.

 

„Wir haben andere Netzwerkpartner wie BTEU, ABW oder den Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Braunschweig mit der Durchfhrung von Bewerbungstrainings und beruflichen Eignungstests untersttzt“, sagt Reinhard Manke von der SZST- Salzgitter Service und Technik GmbH. Die Eignung der Jugendlichen wurde detailliert in einem Gutachten festgehalten und ihnen in einem persnlichen Gesprch erlutert. Gegebenenfalls wurden auf dieser Basis dann mit den jungen Migrantinnen und Migranten sowie den anderen Netzwerkpartnern weitere Untersttzungsmanahmen entwickelt, vereinbart und umgesetzt. „Einige haben danach direkt den Sprung in ein Ausbildungsverhltnis mit der SZST geschafft“, freut sich Manke. 

„Das war eine wertvolle Untersttzung“, besttigt Gisela Siegl vom Fachbereich, „da unsere Frderung und Qualifizierung bereits in der Schule eingesetzt hat, zufrderst um ein direktes Einmnden in Ausbildung zu untersttzen.“ Hintergrund war die  jhrliche Schulabgngerbefragung des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie, die immer wieder gezeigt hatte, dass gerade junge Aussiedlerinnen mit guten Schulabschlssen nicht in Ausbildung eingemndet sind. „Aufbauend auf den individuellen Talenten und Neigungen haben wir mit der Jugendlichen einen Berufswegeplan erstellt, mit dem sie sich verpflichteten, an Angeboten teilzunehmen und dafr Freizeit zu investieren. Auch die Eltern wirkten an dem Plan mit und zeichneten ihn ab“, ergnzt Katharina Giblewska. Die Qualifizierungsmanahmen reichten vom PC-Kurs ber ein Kommunikationstraining bis hin zum Erlernen einer Fremdsprache. Junge Frauen mit Einwanderungshintergrund sind jetzt Medizinische Fachangestellte, Hotelfachfrau und Fremdsprachenkorrespondentin oder erwerben noch einen hherwertigen Schulabschluss. „Die Angebote unseres multikulturell zusammengesetzten Teams setzten an den Kompetenzen von Migrantinnen an, die in ihrer Erwerbsbiographie schon deutlich weiter vorangeschritten sind“, sagt Doris Bonkowski vom Bro fr Migrationsfragen des Sozialreferats der Stadt Braunschweig. „Mehrsprachigkeit ist so ein Beispiel, aber auch ein akademischer oder berufsbildender Abschluss, der im Ausland erworben wurde und in Deutschland nicht anerkannt wird.“ Nach einer theoretischen Unterweisung von 200 Stunden in den Bereichen Kinderbetreuung, Gesundheit und Pflege sowie Sprachmittlung folgte der mehrmonatige Einsatz in der Praxis. Danach wurde die weitere Berufswegeplanung in Angriff genommen, u.a. wieder in Kooperation mit der ARGE Braunschweig  und/ oder dem Stdtischen Beschftigungsbetrieb. „Unsere Berufsorientierungsmanahme hat aber auch direkt zu Klebeeffekten im 1. Arbeitsmarkt gefhrt. Einsatzgebiete sind z.B. die multilinguale Kindertagesbetreuung oder die transkulturelle Pflege“, so Bonkowski.

Der Ansatz, den die Kreisvolkshochschule Peine und die VHS Arbeit und Beruf GmbH Braunschweig umgesetzt haben, zielte direkt auf eine Vermittlung auf den 1. Arbeitsmarkt. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen von der Kommune fr Arbeit und Peine und der ARGE Braunschweig“, berichtet Jutta Schubert von der KVHS. „Nach einem vierstufigen Assessmentverfahren - bestehend aus Einzelgesprch,  Feststellung von berufsbezogenen  Sprachkompetenzen und Schlsselqualifikationen sowie einem auf drei Niveaustufen durchgefhrten Blockunterricht - folgte fr die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die unmittelbar keine weiteren Qualifizierungen bentigten, die Praktikumsphase.“ Die Ergebnisse des Assessments flossen in die Suche geeigneter Praktikumsstellen ein. „Das eigentlich Neue war der flexible Wechsel zwischen betrieblicher und auerbetrieblicher Qualifizierung“, ergnzt Wilhelmine Berg von der VHS Arbeit und Beruf GmbH. „Wurde whrend des Praktikums ein Qualifizierungsbedarf offenbar, ist er in den begleitenden Unterrichtseinheiten gedeckt worden.“ Die Teilnahme endete mit der bernahme durch den Praktikumsbetrieb - es wurde nachbetreut oder - nach sechs Monaten - konnte sie in Abstimmung mit der Arbeitsverwaltung verlngert werden. „Diese Flexibilitt, die Bndelung von Bedarfen zu finanziell tragfhigen Angeboten,  erhhte den Koordinationsaufwand ungemein“, so Berg. „Die berdurchschnittliche Integrationsquote gab und gibt uns aber recht“, resmiert Frau Schubert. „Im brigen ist es der KVHS in Kooperation mit dem  Regionalen Ausbildungsverbund Kunststoffindustrie Peine gelungen, ein interkulturelles Ausbildungsmodul zu entwickeln, das der Verbund in die Regelausbildung bernommen hat“, schliet Frau Schubert ihren Bericht.

„In Punkto Nachhaltigkeit ist das Ergebnis lediglich befriedigend“, berichtet der Projektleiter. Zwar finanzieren der Landkreis Peine im Verantwortungsbereich der Kommune fr Arbeit Peine und die ARGE Braunschweig die Kernaktivitten des PAMIR- Ansatzes nach dem Jahresende 2007 weiter, letztere Einrichtung durch die Ausgabe von Bildungsgutscheinen, doch mussten Aktivitten zur Berufsorientierung und -vorbereitung zum Jahresende eingestellt werden. „Durch die ausschlieliche Konzentration auf die Arbeit mit Empfngern von Arbeitslosengeld II, die der Kofinanzierung der Frdergelder geschuldet war, konnten wir nur ganz am Rande prventive Themen aufgreifen.“

Trotz der ermutigenden Signale aus dem Landkreis Peine und der Stadt Braunschweig, zustzlich bedingt durch das Auslaufen der GI EQUAL sucht das Netzwerk daher nach weiteren Sponsoren. Denkbar ist auch eine Ausdehnung des integrierten Ansatzes auf die gesamte Region Braunschweig, u. a. um vermehrt Brgerinnen und Brger mit osteuropischem Einwanderungshintergrund zu erreichen. „Theoretisch gesehen, produziert das Netzwerk Misch- und Kollektivgter. Dieses Gterbndel lsst sich nicht vollstndig am Markt  refinanzieren“, so Projektleiter Wichert. „Unternehmen haben sich schon in der Vergangenheit mit Geld und Zeit an PAMIR beteiligt. Ordnungspolitisch handelt es sich aber letztlich um eine klassische ffentliche Aufgabe. Sieht man auf das Ergebnis von PAMIR, wre das Geld zudem gut angelegt“, sagt der Diplom-Volkswirt. „PAMIR darf nicht untergehen!“

 
Die projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH arbeitet mit der Wolfsburg AG in gemeinsam definierten regionalen Schwerpunkten intensiv zusammen. Informationen zu unserem Kooperationspartner Wolfsburg AG finden Sie hier.
 

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