Ziele und Aufgaben der Arbeit der projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH skizzierte Dr. Gerhard Prtorius, Mitglied der Geschftsfhrung, krzlich in einem Interview mit dem Fachmagazin WirtschaftsBild. Im Folgenden verffentlichen wir das Ende 2005, als Teil einer Beilage zur Wirtschaftsregion Braunschweig, erschienende Interview:
WirtschaftsBild:
Die Projekt Region Braunschweig GmbH ist ein noch junges Unternehmen sie wurde am 10. Februar dieses Jahres gegrndet. Welche Aufgaben nimmt das Unternehmen wahr?
Dr. Prtorius:
Unsere Gesellschafter haben uns den klaren Auftrag gegeben, durch die Realisierung von Wachstumsprojekten und Forschungskooperationen, die die vorhandenen Entwicklungspotenziale unserer Region nutzen, die Wirtschaftskraft zu strken. Damit sollen Arbeitspltze gesichert und geschaffen werden.
WirtschaftsBild:
Sie haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: 12.000 neue Jobs bis 2015, Entwicklung der Kernkompetenzen der Region wie wollen Sie dies erreichen?
Dr. Prtorius:
Wir haben die Region sehr genau untersucht, sozusagen seziert, und ihre Wachstums- und Technologiepotenziale identifiziert. Wachstumsperspektiven bedeuten neue Beschftigungsmglichkeiten. Von daher ist dieses eine Zielmarke mit realistischem Hintergrund. Dabei gibt es natrlich auch eine Reihe von Faktoren etwa die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung oder spezifische Branchensituationen - die auerhalb unserer Beeinflussbarkeit stehen. Strken, Kernkompetenzen unserer Region sind technologisch beispielsweise die Bereiche Oberflchen und Materialien sowie die Mikroproduktion. Internationale Spitze sind wir ohne Zweifel im Bereich Fahrzeugbau. Hierzu zhlen aber zunehmend auch die Dienstleistungen rund um das Automobil und die anderen Verkehrsmittel, Stichwort Verkehrstelematik.
WirtschaftsBild:
Knnen Sie bereits Erfolge vorweisen, obwohl die Projekt Region Braunschweig GmbH erst seit einigen Monaten am Markt agiert?
Dr. Prtorius:
Es wre geradezu vermessen, nach einer so kurzen Zeit Fortschritte etwa bei bestimmten Unternehmenskooperationen, bei Markterfolgen aus unserem Netzwerk alleine unseren Aktivitten zuzuschreiben. Solche Dinge haben bekanntlich einen lngeren Vorlauf. Trotzdem konnten bereits in den ersten Monaten wichtige Projekte angeschoben werden: Mit dem Zentrum fr Mikroproduktion und der Landesinitiative Telematik wurde die Projektarbeit auf zwei dynamischen Wachstumsfeldern gestartet. Beide Projekte bndeln die jeweils vorhandenen Potenziale und bieten auch absehbare Beschftigungschancen. Unser erster regionaler Ideen-Wettbewerb fr Beschftigung hat, als Bestandteil des Wachstumsfeldes WIN Wirtschaft-Innovation- Nachfolge vor wenigen Tagen begonnen. Wir suchen die kreativsten Kpfe unserer Region, begleiten und qualifizieren sie in einem ganzheitlichen Beratungsprozess auf dem Weg in die berufliche Selbststndigkeit und darber hinaus.
WirtschaftsBild:
Ganz konkret: Wo liegen die Standortvorteile der Region, womit berzeugen Sie Unternehmen und auch junge Menschen, hierher zukommen und sich zu engagieren?
Dr. Prtorius:
Die Region ist gemessen an dem Anteil der F&E-Ausgaben am BIP Europas Forschungsregion Nummer Eins. Strken in der unternehmensbezogenen Forschung hier liegt das F&E-Kompetenzzentrum des Volkswagenkonzerns , verbinden sich mit renommierten Einrichtungen der Grundlagenforschung und starken Hochschulen. In wichtigen Zukunftsthemen wie Mobilitt und Umwelt bietet die Region jungen Talenten hervorragende Entwicklungschancen, sei es in einem internationalen Konzern, sei es in einem mittelstndischen Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung. Unternehmen knnen auf eine international ausgewiesene wissenschaftlich-technische Infrastruktur mit hoch qualifizierten Krften zurckgreifen. Das ist nicht fr alle interessant, aber fr viele.
WirtschaftsBild:
Braunschweig ist Teil der Metropolregion Hannover Gttingen Braunschweig. Wir wirkt sich das auf die Arbeit Ihres Unternehmens aus? Steht der Konkurrenzdruck im Vordergrund oder wo sehen Sie hier handfeste Vorteile?
Dr. Prtorius:
Es gibt auf allen Ebenen sowohl Konkurrenzbeziehungen wie auch Kooperationsmglichkeiten. Hier ist ein sehr pragmatischer Ansatz zu verfolgen. So wie Sie in einem Unternehmen Grenvorteile ausschpfen knnen, gilt dieses auch mutatis mutandis fr Wirtschaftsrume. In einigen interessanten Zukunftsfeldern etwa in der Biotechnologie ist jede der drei Regionen fr sich zu schwach, um richtig international mitzuspielen, zusammen stehen die Chancen dann besser.
WirtschaftsBild:
Die Gesellschafterstruktur des Unternehmens ist eher ungewhnlich: Private Unternehmen, Verbnde, ffentliche Institutionen sie alle sind unter dem Dach der Projekt Region vertreten. Wie bekommen Sie die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut?
Dr. Prtorius:
Es gibt bei uns eine lngere und gute Tradition regionaler Kooperation, die bereits mit der Grndung des Zweckverbandes Groraum Braunschweig und der regionalen Entwicklungsagentur reson mit einem starken Engagement der wirtschaftlichen Akteure in der ersten Hlfte der 90er Jahre begann. Die Themen Clusterentwicklung und Netzwerkarbeit fielen also hier auf einen bereiteten Boden. Dennoch war es eine nicht einfache Arbeit, bei der sich wichtige Akteure sowohl aus dem unternehmerischen wie dem politischen Raum nicht geringe Verdienste erworben haben, bis es zu der Grndung der GmbH kam, in der ja vormals getrennte regionale Initiativen organisatorisch zusammengefhrt wurden.
WirtschaftsBild:
Sehen Sie diese Art des Zusammenarbeitens ffentlicher wie privater Akteure als Modellprojekt fr die zukunftsfhige Entwicklung eines Standortes?
Dr. Prtorius:
Ich denke, dass bei aller aktuellen Aufmerksamkeit fr PPP-Anstze diese mehr sind als eine Modeerscheinung. Erstens zeigen uns dieses viele Beispiele aus dem Ausland. Zweitens ist die kommunal-administrative Ebene bei der Standortentwicklung alleine berfordert bzw. hat wichtige andere Aufgaben, gleichwohl ist sie ein unverzichtbarer Teil des Konzeptes. Drittens gibt es wohl kein besseres Motiv fr eine Standortverwurzelung von Unternehmen als ein starkes Engagement in solchen Privat-ffentlichen-Initiativen. Schlielich: Die notwendigen organisatorischen Strukturen Stichworte: Netzwerkarbeit und Projektorientierung sind mit dieser Konstellation effizient und effektiv zu verwirklichen.
WirtschaftsBild:
Ganz herzlichen Dank fr das interessante Gesprch!
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