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Aktuelles: Neue Online-Praktikumsbörse des Braunschweiger Zeitungsverlages für die gesamte Region im Rahmen von BOBS gestartet

Schüler, Studenten und Erwachsene aus der gesamten Region Braunschweig-Wolfsburg können ab sofort in einer neuen Praktikumsbörse online nach freien Praktikumsplätzen suchen. „Praktikum38.de“ bietet allen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Praktikumsangebote kostenlos und unbürokratisch einzustellen und zu verwalten.

„Mit diesem Service möchten wir unser Engagement für die Region 38 unterstreichen und einen nachhaltigen Beitrag für die Zukunft dieser Region leisten“, erläutert Harald Wahls, Geschäftsführer des Braunschweiger Zeitungsverlages. „Wir hoffen, dass sich viele Firmen aus der Region von dem Angebot angesprochen fühlen und ihre freien Praktikumsplätze einstellen. Die Plattform lebt vom Engagement jedes einzelnen Betriebes hier in der Region“, ergänzt Dr. Bettina Rothärmel, Projektleiterin beim Braunschweiger Zeitungsverlag.

Das Praktikumsportal ist Partner des Berufsorientierungsprogramms BOBS („Berufsorientierung in Braunschweig“). Ziel von BOBS ist es, die Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen zu verbessern, um Ausbildungsabbrüche und Studienplatzwechsel zu reduzieren. Die Praktikumsbörse hilft dabei, indem sie das Auffinden eines geeigneten Praktikums für die Schülerinnen und Schüler unterstützt. Träger von BOBS sind die Stadt Braunschweig, die Arbeitsagentur Braunschweig, die Braunschweigische Landessparkasse, der Braunschweiger Zeitungsverlag sowie die projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH.

 

 

BOBS- Berufsorientierung in Braunschweig

Ein Vergleich der 20 größten Arbeitsmarktregionen (AMR) Deutschlands durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, die AMR Braunschweig ist von der Branchenstruktur her zukunftsfähig (Platz 3) und innovativ (Platz 3 beim Beschäftigungsanteil von Ingenieuren, Platz 2 beim Anteil des FuE-Personals). Beim Akademikernachwuchs im MINT- Bereich rangiert die AMR Braunschweig immerhin noch auf Platz 4. Diese gute Position muss mindestens verteidigt werden.

Schon bei Abiturquote (Platz 17) und Akademikernachwuchs allgemein (Platz 15) trübt sich das Bild ein. Bei den SuS, die die Schule ohne Abschluss verlassen, liegt die AMR Braunschweig auf Platz 10. , Der Wirtschaftsaufschwung hat dafür gesorgt, dass die Zahl der Arbeitslosen erheblich gesunken ist, nur die Jugendarbeitslosigkeit bleibt mit 7 Prozent nahezu konstant. Das bedeutet Platz 12 bei der Jugendarbeitslosigkeit; beim Facharbeiternachwuchs liegt unsere Region aktuell auf Platz 17.

Daraus folgt, für die Unternehmen - insbesondere für den Mittelstand und das Handwerk aber auch für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen - wird die Suche nach geeigneten Auszubildenden aufwendiger- sprich: teurer, ein Ausbildungsabbruch doppelt teuer. Berufsorientierung macht aber auch im Hinblick auf akademische Berufe Sinn. Selbst im MINT- Bereich geht auf dem Weg zum Abschluss gut Eindrittel der Studienanfänger verloren. Dahinter steht - neben individuellen wie gesellschaftlichen Anpassungskosten - ein verzögerter Eintritt ins Berufsleben.

Berufsorientierung für leistungsschwächere SuS bleibt wichtig; ein flächendeckender, schulformübergreifender Ansatz zur Berufsorientierung ist aber notwendig, um alle Jugendlichen bei der Wahl eines (akademischen) Berufs zu unterstützen, der ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht oder technisch: um dem Mismatch vorzubeugen. Vorbeugen ist besser (preiswerter) als Heilen!

Denn: die demographische Entwicklung ist hier noch gar nicht berücksichtigt.

 

Vor diesem Hintergrund haben seit Mitte des Jahres 2011 die Stadt Braunschweig, die Agentur für Arbeit Braunschweig, die Braunschweigische Landessparkasse und die projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH sowie die Bürgerstiftung Braunschweig in einem dreimonatigen Beratungsprozess ein Konzept entwickelt, das zum einen von den Erfahrungen der Braunschweiger Projekte „Außerschulische Berufsorientierung – ABo“ und „Wirtschaft in die Schule“ profitiert, zum anderen von den flächendeckenden Berufsorientierungsansätzen in Salzgitter sowie in Landkreis und Stadt Wolfenbüttel, BONA SZ und KoPra WF, schließlich von den Projekterfahrungen der Braunschweigischen Landessparkasse im Bereich Nachwuchssicherung. Die Sicherung dieses Erfahrungsschatzes spiegelt sich in der Organisationsstruktur von Berufsorientierung in Braunschweig- kurz: BOBS wider.

Dementsprechend greift BOBS operativ auf die Erfahrung von Bildungsträgern zurück, die bereits in die genannten Braunschweiger Projekte erfolgreich eingebunden waren, allen voran die Volkshochschule Braunschweig GmbH. Das von Bürgerstiftung, Volkshochschule und Braunschweig Zukunft GmbH für drei Realschulen initiierte Projekt „Wirtschaft in die Schule“ sprach zudem exemplarisch dafür, dass sich Braunschweiger Unternehmen ihrem Standort verbunden fühlen und bereit sind, sich über das betriebswirtschaftliche Interesse an geeignetem Nachwuchs hinaus, zu engagieren.

 

 

BOBS erreicht erstmals alle Schulformen. Die Stadt Braunschweig hat ihre Mittel für diese flächendeckende Berufsorientierung erheblich aufgestockt: bis 2013 um 645.000 Euro. Mit der Unterstützung der Agentur für Arbeit Braunschweig, die 40 Prozent der Kosten übernimmt, und einer Förderung von Braunschweigischer Landessparkasse und projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH sowie der Praktikumsdatenbank praktikum38, die der Braunschweiger Zeitungsverlag aufsetzt und betreut, hat die BOBS- Offensive ein Volumen von mehr als 1,7 Millionen Euro.

Das von den Machern erarbeitete Konzept stellt eine „Startkonfiguration“ dar. Ein Plenum, das am 27. Juni 2011 erstmals tagte, bildet die zentrale Instanz für eine Erfolgskontrolle und die konzeptionelle Weiterentwicklung des BOBS-Projektes. Die Initiatoren sowie die Niedersächsische Landesschulbehörde und die Sozialpartner, die Kammern, aber auch einzelne Unternehmen beteiligen sich bereits aktiv mit Rat und Tat. Am wichtigsten ist jedoch die Mitarbeit und Unterstützung der Schulen, die zwischen den Plenarsitzungen in schulformspezifischen Arbeitsgemeinschaften zusammentreten, um den BOBS- Prozess voranzutreiben.

 

 
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