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Mit BOBS-Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit und FachkräftemangelStadt Braunschweig stockt Haushaltsmittel für Projekte der Berufsorientierung erheblich aufSowohl für die jungen Menschen selbst als auch für die öffentliche Hand und die Wirtschaft sind Ausbildungsabbrüche und Studienfachwechsel teuer. Dies gilt mittelbar auch für Abwärtswechsel zum Ende von Sekundarbereich I, wenn Schüler und Schülerinnen ohne berufliche Orientierung in Vorabgangs- oder Abgangsklassen von Haupt- oder Realschule einmünden. Die Braunschweiger Antwort darauf soll BOBS sein, ein Proiekt, das zum Schuljahresbeginn 2011/12 beginnt. „Der Wirtschaftsaufschwung hat dafür gesorgt, dass die Zahl der Arbeitslosen erheblich gesunken ist, nur die Jugendarbeitslosigkeit bleibt mit 7 Prozent bei uns nahezu konstant. Deshalb werden wir energischer als bisher etwas dagegen tun“, betonte Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann. Beim Wechsel von der Schule ins Berufsleben müssten junge Menschen viele Hürden überspringen. Projekte der Berufsorientierung könnten dabei helfen, dass sie schneller und einfacher gemeistert werden. Deshalb werde die Stadt ihre Mittel für eine flächendeckende Berufsorientierung erheblich aufstocken: bis 2013 um 645.000 Euro - zusätzlich zu ihrem seit vielen Jahren bestehenden Projekt der außerschulischen Berufsorientierung (ABO), das im Haushalt mit jährlichen rund 134.000 Euro veranschlagt wird. Mit der Unterstützung der Agentur für Arbeit, die 40 Pro-zent der Kosten übernimmt, und einer Förderung der Braunschweigischen Landessparkasse habe die BOBS-Offensive ein Volumen von mehr als 1,7 Millionen Euro. „Für die Unterstützung bin ich sehr dankbar. Damit können Projekte der Berufsorientierung finanziert werden, die dabei helfen, dass mehr Jugendliche und junge Erwachsenen erfolgreich eine Ausbildung absolvieren. Davon werden auch mittelständische Betriebe und das Handwerk profitieren, die immer häufiger über einen Mangel an Fachkräften klagen“, fuhr der OB fort. Es sei wichtig, Ausbildungsplätze in Stadt und Region langfristig zu sichern und neue hinzu zu gewinnen, denn gut ausgebildete Fachkräfte seien ein Standortfaktor, dem die Wirtschaft zunehmend höhere Bedeutung bemisst und der die Wettbewerbsfähig einer Region mitbestimmt. Dem Fachkräftemangel mit geeigneten Projekten entgegenzuwirken und damit die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft zu sichern, ist auch für Christoph Schmitz, Vorstand der Braunschweigischen Landessparkasse der wesentliche Grund, das Berufsorientierungsprojekt mit Know-How, Man-Power, Praktikumsplätzen und finanziellen Mitteln zu unterstützen. „Wir sind in der Region verwurzelt und fühlen uns für die Belange der Heranwachsenden aber auch der Unternehmen verantwortlich“ fasst Schmitz zusammen. „Berufsberatung und Berufsorientierung gehörten seit langem zum Kerngeschäft der Agentur für Arbeit“, ergänzt deren Leiter Harald Eitge. „Nach unseren langjährigen Erfahrungen sollte diese früher als bisher üblich ansetzen und zu einer rationalen Berufswahl führen. So werden Abbrüche vermieden, Kosten minimiert und eine höhere Arbeitszufriedenheit erreicht. Dass wir in Braunschweig diesen großen gemeinsamen Schritt nunmehr gehen können, erfüllt mich daher mit besonderer Genugtuung“, Harald Eitge, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Braunschweig. „Berufsorientierung für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler bleibt wichtig, genauso wie einzelschulische Aktivitäten zur Berufs- und Studienwahlorientierung. Ein flächendeckender, schulformübergreifender Ansatz zur Berufsorientierung ist aber notwendig, um alle Jugendlichen bei der Wahl eines Berufs zu unterstützen, der ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht oder technisch: um dem Mismatch vorzubeugen“, so Eitge weiter. „Vor diesem Hintergrund haben Fachleute der Stadt Braunschweig, der Agentur für Arbeit Braunschweig, der Braunschweigischen Landessparkasse und der projekt REGION BRAUNSCHWEIG sowie der Bürgerstiftung Braunschweig verschiedene Ansätze und Projekte zur Berufsorientierung ausgewertet und daraus ein flächendeckendes Konzept für die Stadt Braunschweig entwickelt - eine Startkonfiguration“, ergänzte Jugend-, Schul- und Sozialdezernent Ulrich Markurth. „Damit erreichen wir erstmals für alle Schulformen eine Berufsorientierung.“ Das BOBS-Konzept setzt bereits in Klasse 8 der allge-meinbildenden Schulen Braunschweigs an und ist auf zwei Jahre angelegt. Je nach Schulform sind spezifische Vertiefungsangebote vorgesehen. BOBS setzt auf das Engagement der rund 2.300 Schülerinnen und Schüler des kommenden 8. Jahrgangs, der Lehrerkollegien an den rund 30 Schulen, der Niedersächsischen Landes-schulbehörde, von Wirtschaft und Verwaltung, der Kammern und der Sozialpartner sowie - nicht zuletzt - auf die Einbindung der Eltern. Nach einem Jahr befinden sich dann rund 4.500 Schüle-rinnen und Schüler im Projekt. BOBS unterstützt durch den Wechsel von Praxis und Theorie, von Erleben und Reflexion die Wahl des passenden Ausbildungsberufsbildes und/ oder Studienganges. Kernelement des BOBS-Konzeptes ist ein Berufseig-nungstest in Klassenstufe 9 der Sekundarstufe I, der sich auch als Einstieg in die Elternarbeit eignet. Ein weiteres Beispiel sind Fachmodule aus 10 Gewerken an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis, aus denen exklusiv die Schülerinnen und Schüler der Förder- und Hauptschulen in Klasse 8 je zwei auswählen können. Ein anderes Beispiel: Wichtige und rechtzeitige Orientierungshilfe bietet den Braunschweiger Gymnasiastinnen und Gymnasiasten eine Studienwahlberatung in Klasse 11, an der sich Unternehmen aktiv beteiligen und die die Ergebnisse des vorausgegangenen BOBS-Prozesses aufgreift. Auch sollen Praktika zum Nutzen von Jugendlichen und Unternehmen Qualitätskriterien genügen. Ein Plenum bildet die zentrale Instanz für eine Erfolgs-kontrolle und die konzeptionelle Weiterentwicklung des BOBS-Projektes. „Die Initiatoren sowie die Niedersächsische Landesschulbehörde und die Sozialpartner haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt. Die Kammern aber auch einzelne Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich aktiv an Plenum und Arbeitsgruppen zu beteiligen und BOBS auch sonst mit Rat und Tat zu unterstützen“, hob Dirk Warnecke, Geschäftsführer der projekt Region BRAUNSCHWEIG GMBH, hervor. Am wichtigsten sei jedoch die Mitarbeit und Unterstützung der Schulen, um den BOBS- Prozess voranzutreiben. „Die Vorbereitungen für BOBS laufen noch vor den Ferien an“, sagte Markurth „Bildungsträger, die auf diesem Gebiet erfolgreich waren, insbesondere die Volkshochschule, werden dabei eingebunden.“ Das von Bürgerstiftung, Volkshochschule und Wirtschaftsförderung initiierte – und von der Bürgerstiftung maßgeblich mitfinanzierte - Projekt „Wirtschaft in die Schule“ an drei Realschulen belege, dass sich in Braunschweig bereits viele Unternehmen ihrem Standort verbunden und sich über ihr betriebswirtschaftliches Interesse an Fachkräften hinaus verpflichtet fühlen, durch die Förderung der Jugend einen Beitrag zum Wohl des Gemeinwesens zu leisten. Markurth: „Wir hoffen, dass wir sie für eine über die Projektphase hinausgehende Finanzierung gewinnen können.“ Fakten Ein Vergleich der 20 größten Arbeitsmarktregionen (AMR) Deutschlands durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, die AMR Braunschweig ist von der Branchenstruktur her zukunftsfähig (Platz 3) und innovativ (Platz 3 beim Beschäftigungsanteil von Ingenieuren, Platz 2 beim Anteil des FuE-Personals). Beim Akademikernachwuchs im MINT- Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften,Technik) rangiert die AMR Braunschweig immerhin noch auf Platz 4. Schon bei Abiturquote (Platz 17) und Akademikernachwuchs allgemein (Platz 15) trübt sich das Bild ein. Bei den Schülerinnen und Schülern, die die Schule ohne Abschluss verlassen, liegt die AMR Braunschweig auf Platz 10, bei der Jugendarbeitslosigkeit auf Platz 12 und beim Facharbeiternachwuchs aktuell auf Platz 17. Quelle: Stadt Braunschweig |
Die projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH arbeitet mit der Wolfsburg AG in gemeinsam definierten regionalen Schwerpunkten intensiv zusammen. Informationen zu unserem Kooperationspartner Wolfsburg AG finden Sie hier.
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